NirhtaCtio

aus unserem Hotel in der 51sten

Verfasst von: nirhtactio in: 2009/03/21

gestern stand ich also ploetzlich in der Grand Central Station – und mit einem Schlag ist mir nach 3 Wochen bewusst geworden, dass ich wirklich da bin.

Aber ich moechte euch auch nicht vorenthalten, was ich gestern im Zug geschrieben habe:

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Liebe Lesende, oder wie Brisko Schneider sagen wuerde, liebe Liebende!

Ich sitze gerade in der Metro North nach New York und finde endlich die noetige Zeit, euch von meinen ersten 3 Wochen zu berichten.

Zuerst: Mein Laptop macht nicht mehr das, was ich will, weswegen jetzt ein kleines Netbook auf meinem Schoss liegt. Ist fuer den Fall ganz praktisch, aber trotzdem aergerlich… Aber der HP Mini ist schon ein feines Teil. Nur Klein halt ;) Aber das war ja der Sinn dahinter.

Auf mein Arbeitsrechner laeuft alles ueber einen Proxy und ich wollt mir Firefox installieren, deswegen hab ich mich bei einem IT-Kollegen, den meine Lab-Wissenschaflterin kennt, nach den Einstellungen erkundigt  und wir haben uns eben auch über Laptops und Netbooks unterhalten. Er hat mir dann die Einstellungen gemailt und gefragt, ob’s geklappt hat. Ich hab ihm dann vom HP Mini geschrieben und dass es total geschickt ist, nur halt kein CD/DVD Laufwerk dabei ist. 15 Min spaeter steht Jon bei mir im Buero, mit einem externen Laufwerk, das so rumlag, er hat’s nicht mehr gebraucht, hat’s neu Kollegen gegeben und der braucht es jetzt auch nicht mehr. Ich soll es mal behalten, bis ich wieder gehe.
Wo gibt’s denn so was???

Lab-Wissenschaftlerin? Ja. Hier sind es keine technischen Assistenten, wie bei uns, mit Ausbildung, hier sind es alles Bacherlor oder Master. Oder PhD, die dann aber auch als PhD und nicht als Scientist bezeichnet werden.

Mein Lab (bestehend aus unserer Scientist D., meinem Betreuer und mir) ist super, das Klima ist sehr angenehm. In den gleichen Raeumlichkeiten ist noch ein zweites Lab, auf von einem Deutschen geleitet. Mit ihm und seiner Scientist verstehe ich mich auch super, seine zweite Scientist kommt uebernaechste Woche aus dem Mutterschutz wieder. Ich bin gespannt. Bis jetzt ist unsere Atmosphaere aber wirklich sehr schoen! Ich bin gern dort.

Nebenan arbeitet noch eine in der Schweiz (franzoesische) geborene Iranerin, die erst in der Schweiz war, dann im Iran, dann wieder in der Schweiz und zu guter letzt in Canada studiert hat. Wir gehen ab und zu zusammen essen.

Seit meine 2.Tag bin ich stolze Besitzerin eines BI-bagdes, den ich, wie in BiCi auch schon, von der Hose baumeln hab. Oh, um von Hosen zu sprechen. Die Kleiderordnung.

Ihr werdet es nicht glauben, aber Montags bis Freitags trage ich weder Jeans noch Sneakers oder aehnliches. Irgendwie macht es sogar auch Spass, sich da ein bisschen aufzudröseln, fuer die Arbeit. Meine Gastschwester ist recht erfolgreich im Marketing tätig, sie geht also jeden Morgen im Kostuem aus dem Haus und wir stoekeln gemeinsam durch die Wohnung.
Das BI Gelaende ist recht gross, es gibt 4 Hauptgebaeudekomplexe, die quasi auf 4 verschiedenen Huegeln liegen. Dazwischen sind die Strassen und Wald und Joggingwege fuer die Mitarbeiter (ich war auch schon in der Sonne spazieren). Das alles ist das umzäunt und ist das BI gelaende. Auf dem Gelaende faehrt ein kleiner Mitarbeiterbus zwischen den verschiedenen Gebaeuden im Rundkurs (18min), sehr lustig. Das Gefaehrt nennt sich “Folkswagon”. Um von Folkswagon zu sprechen, in der amerikanischen VW-Werbung steht ganz zum Schluss auf deutsch irgendwas von “Das Auto” oder “Was ein Auto”. Lustig, oder?

An meinem ersten Wochenende hat mich meine Gastschwester mit nach New Haven genommen, da war das NSHMBA Kick-off (national Association of hispanic MBAs, sie ist Brasilianerin – und MBA). In Yale. Sehr cool. Auch wieder sehr schnieke.
Dabei war noch ihr “kleiner Bruder“. Nach dem Kick-off waren wir mit den Hunden am Strand (der Bruder hat nen kleinen Cocker Spaniel namens Malakay, der zwar kurze Stummelbeinchen hat, aber überraschend gut mit unserem BullDozer mithalten kann). War ein herrlicher Tag “in the 60s” (= um die 60 Grad Fahrenheit, das sind etwa 15 Grad Celsius) – die Sonne war aber so heiß, dass man locker im T-Shirt am Strand spazieren gehen konnte… wenn man in Betracht zieht, dass wir am Tag nach meiner Ankunft (=6 Tage vorher) Schneesturm mit 20cm liegengebliebenen Neuschnee hatten.
Fuer dieses Wochenende sind auch wieder 60s angesagt, aber im Moment schneits *grummel*. Ich will FRUEHLING!

Nach dem Strand waren wir im Museum of British Art in New Haven, da ist gerade eine Darwinausstellung, die ich mich natürlich nicht entgehen lassen konnte. Es hingen auch ein paar “bekanntere” Originalbilder, bzw. von bekannteren Malern, wie Cezanne und Monet. Irgendwo in der Gegend soll es eine Ausstellung mit Bildern von Dali geben, da muss ich auch unbedingt hin! Danach noch den Campus von Yale inspiziert… man, was fuer eine Uni. Naja, kostet ja auch gut Geld…

Und nach einem leckeren spanischen Essen, wovon ich die Haelfte nicht verstanden hab, weil sie portugiesisch gesprochen und bestellt haben J waren wir in der Oper von Yale. Zugunsten der Krebsforschung der Uni Yale und des Krankenhauses wurde eine “Best of Opera” Abend veranstaltet, ein Tenor, ein Baritone, eine fantastische Sopran (die waren alle so kurz vor 30 oder so… und das Maedel hat echt alle vom Hocker gesungen. Und hat den “beruehmten Tenor”, der eindeutig zu lange im Sonnenstudio war, um seinem italienisch klingenden Kuenstlernamen gerecht zu werden, komplett in den Schatten gestellt. Die war einfach Hammer gut!!), ein Pianist und eine Violonoistin. Ich bin nicht so der Fan von Oper, ich mag eher Musicals und habe mit Nic gewitzelt, dass Oper so einmal alle 10 Jahre geht (wir waren mit 18 mit der Schule und dann hat er mich letztes Jahr zur Premiere von “Boccacio” an der Staatsoper in Muenchen eingeladen) jetzt war ich 08/09 schon 2mal. Aber das “Best of” war trotzdem (wie auch Boccacio, das mehr von Operette als klassischer Oper hatte) schoen und bestimmt keine vergeudete Zeit. Am Besten hat mir die Arie der Sopran aus Carmen gefallen, ich schau zu Hause den Titel nach und schreib ihn noch nachträglich drunter.

Letztes Wochenende war ruhiger, ich hatte einen Platten am Auto, das war natürlich genau nachdem die Vermietung schon zu hatte, dann ist mein Laptop so langsam über den Jordan und ich hab den unteren Stock geflutet (also unser Haus ist quasi 2-stockig, unten geht’s in den Garten, in die Garage von Rita, da sind Waschmaschinen, ein Kamin (sehr schoen, wenn’s draußen schneit), mein Bad und ein grosser Aufenthaltsraum mit Fernseher. Oben ist die Wohnzimmer-Esszimmer-Kuechenkombi, mit grossem Fernseher und Esstisch (man beachte bitte die Reihenfolge der Nennung), unsere beiden Zimmer – ihres mit Fernseher, ihr Bad und ihr Arbeitszimmer – mit Fernseher. Um das mal erwähnt zu lassen. Und das war’s auch schon, aber fuer uns 4 ist das gut. Hat was von einem Chalet)
Naja, auf jeden Fall mein Klo verstopf und zufällig hat sich gleichzeitig die Spuelung aufgehängt, d.h. es ist immer mehr Wasser nachgelaufen. Rest bitte bildlich ausmalen.

Unser Nachbar John hat uns geholfen, mit Nasssauger und Luftentfeuchter. Dafuer gab’s am Di, dem ersten richtig schoenen Tag abgesehen von dem Samstag in New Haven, ein Dankeschoen BBQ.

So, in 6 Stunden landet Nic in Newark, und wir verbringen unser Wochenende in der Stadt. Es soll grad ne super Ausstellung im Guggenheim geben, und eigentlich will ich überall hin (Central Park, MoMA [Museum of Modern Art] Met [Metropolitan Museaum] und natürlich das Museum of Natural History, wo sie die Dinos ausstellen. Dann möcht ich ein Show am Broadway sehen und und und, Ich fuerchte, ein Wochenende ist einfach zu kurz). Naechstes Wochenende geht’s dann auf nach Washington DC, da beginnt nämlich das jaehrliche Fest zur Kirschbaumbluete – irgendein Praesident hat in einem grossen Umkreis rund um das Capitol Kirschbaeume gepflanzt, die eben jetzt dann bluehen sollten (ich hoff, da schneits nicht). Und das muessen wir sehen. DC ist übrigens etwa 3,5 Stunden weg… also quasi nichts.

Hach, ich freu mich!

Meine Lieben, trotz der ganzen aufregenden News kann ich euch versichern, dass ich euch vermisse. Ich wird da jetzt nicht viel drum rum schreiben, aber in Connecticut sind die Menschen sehr verschlossen, erst Recht auf der Arbeit und Leute kennenlernen ist sehr, sehr schwer. Deshalb vermisse ich euch umso mehr. Nein, keine neuen Freunde ;)

So, aber dafür bin ich nicht mehr vom Internet (und damit von euch) abgeschnitten und Skype funktioniert. Da wir hier schon Daylightsaving haben (=Sommerzeit) sind wir, bis ihr naechstes Wochenende die Uhren umstellt, im Moment 5 Stunden auseinander. Ich komm meist so gegen 7 von der Arbeit heim, ist also spaet. Aber uebernaechstes Wochenende sollte ich mal zu passablen Zeiten daheim sein.

Knuddl euch dolle!

So, the next Station ist Grand Central, d.h. ich bin bald da und entlang der Strecke winden sich so langsam die Vororte von NYC, die Haeuser werden etwas groesser und die Strassen bekommen mehr Spuren… achja, Autofahren koennen die Amis ja mal gar nicht. Die fahren alle viel zu schnell, auf einer 3-spurigen Autobahn wird man auf allen Seiten überholt. Dann ist die Beschilderung echt das letzte und die Fahrspuren erst recht (in der Stadt ist es oft so, dass bestimmt Spuren abbiegen muessen, das wird aber nicht wirklich früh angekündigt und Pfeile auf dem Boden sind eher selten, da stehen dann kleine Schildchen rechts am Rand, schon praktisch, wenn das 10m vor der Ampel ist und ein megaoschi-Truck vor einem faehrt ;) Aber Klein-Katie gewoehnt sich an alles… und mittlerweile kann ich spurwechseln wie ein alter Hase und Grossmeister!! Gaspedal druecken und rueber, anders geht es hier manchmal einfach nicht.

Das noch dazu. Fieldreport von NYC und spaeter dann DC folgt. Lasst euch noch mal druecken.

Ich fahr gerade über den Hudson und bewundere die Wolkenkratzer von New York. Klein Katie in der grossen Stadt. Mit diesem Bild verabschiede ich mich fuer heute von euch!

5 Antworten zu "aus unserem Hotel in der 51sten"

Wow, bei dir geht’s ja ab. Kommst du auch zum Diplomarbeit „schreiben“ oder entdeckst du nur die Welt ;)

Ich komm grad vom ProbenWE und bin ziemlich k.o. Aber schön von dir zu hören. Laß dich da drüben nicht unterkriegen und halt die Ohren steif.

Knuddel dich
Janni

Oh mann, was bin ich neidisch!

Könnt ihr noch einen Dipl. Biochem. Univ., nicht promoviert, mit vier Jahren Berufserfahrung gebrauchen???

Liebe Grüße!
Rainer

Ja
so ungefähr hatte ich mir das vorgestellt…
Nun, ich hab jetzt endlich Ferien, nachdem am Freitag endlich meine Prüfung war. Jetzt erst mal chillen!!!!!!! und am 20. April gehts dann los, yipeeh!
Wünsch dir ganz viel Spass mit Nic und sag liebe Grüße
Bis mal wieder
Manu

cool, was von dir zu hören!
hört sich toll an.
Ich wünsche Nic und dir eine super Zeit!!!
glg aus berlin…mal wieder am umziehn..
drück dich
NJ

Hey, ich vermisse hier ein paar Bilder von NYC!! Bin doch so neugierig und war noch nie dort *schnüff* Freu mich auf deinen Bericht. Aber jetzt genieße natürlich erst mal deine Zeit mit Nic und das Wochenende in DC. Mensch, du kommst ja mit dem Erzählen gar nicht mehr nach.

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